Kraftwerk Mitte - Trafohalle

Adresse
Kraftwerk Mitte 32/Trafohalle, 01067 Dresden
Nutzung
Bildungswerk, Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V.
Bauherr
DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH
Leistungsumfang
Planung und Bauüberwachung
Bauzeit
2015–2016
Prämierung
Sächsischer Staatspreis für Baukultur 2017
Veröffentlichung
Architekturführer Sachsen (Uta Lambrette, Hrsg. BDA Sachsen), DOM publishers, 2022
Fotografie
Steffen Spitzner
Grafik
adasp

Umbau und Sanierung

Das Gebäude KWM32 befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Kohlekraftwerks- Mitte, im Zentrum Dresdens mit Anbindung zum Wettiner Platz.

Die Bauaufgabe umfasste eine Komplettsanierung und Umnutzung des ehemals als Trafostation genutzten Industriegebäudes zu Büro- und Veranstaltungszwecken. Dabei war die Einbettung der Planung in das Gesamtkonzept "Revitalisierung Kraftwerk Mitte" ein wesentlicher Bestandteil. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es wurde um 1920 errichtet.

Das Interesse der Heinrich-Böll-Stiftung an Büroflächen auf dem Kraftwerksgelände initiierte in engem Zusammenspiel zwischen Nutzer und Planer die Entwicklung einer Bürostruktur auf Basis des klassischen Motivs der Enfilade. Mithilfe der Schaffung einer zweiten Geschossebene konnte die Nutzfläche deutlich erweitert werden. Ein Treppeneingang mit Rampe ermöglicht die barrierefreie Erschließung des Erdgeschosses.

Die Geschosshöhe des Erdgeschosses orientiert sich an den ehemaligen Toranlagen des Gebäudes. Großer Wert wurde auf den Erhalt von historischen Einbauten, vorhandenen Oberflächenstrukturen und Sichtbarmachung traditioneller Industriebaukunst gelegt.

Die Öffnungen der alten Industrietore blieben erhalten und wurden mit Verglasungen in der Teilung der alten Toranlagen geschlossen und mit Versatzstücken der historischen Metalltore ergänzt. Die notwendigen Fenster für die neue Geschossebene wurden nachträglich hineingeschnitten. Um sie optisch zurückzunehmen, wurde der Sturzbereich als durchlaufende Läuferschicht erhalten.

Als halböffentliche „Zwischenzone“ wurde parallel zum Gebäude eine Terrasse mit Sitztreppe und die Rampe zur barrierefreien Erschließung zwischengeschaltet.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und war in seiner Materialität des Außensichtmauerwerks zu erhalten. Das hieß, die energetische Ertüchtigung des Gebäudes konnte nicht über die gebräuchliche Lösung einer nachträglichen Außendämmung erfolgen. Umgesetzt wurde eine mineralische Innendämmung in Teilbereichen des Bestandsaußenmauerwerks. Die Dachkonstruktion wurden entsprechend der energetischen Anforderungen ertüchtigt. Die historischen Einfachverglasungen der Industriefenster, wurden durch hochwertige, zeitgemäße Stahlisolierverglasungen mit extrem optimierten schmalen Rahmenansichten ersetzt.

Variantenstudie